Interview: Interoperabilität als Grundlage für nachhaltige Energieplattformen
30. März 2026
Dragomir Stanchev, CEO von LEAD Consult, spricht über die langjährige Zusammenarbeit, Systemverantwortung und darüber, was komplexe Energieplattformen wie BelVis⁺ in den von der KISTERS AG entwickelten vernetzten IT-Landschaften dazu befähigt, zuverlässig und anpassungsfähig zu bleiben.

Herr Stanchev, LEAD und KISTERS arbeiten bereits seit mehreren Jahren zusammen. Wie würden Sie den Charakter dieser Zusammenarbeit beschreiben?
LEAD und KISTERS kennen sich nun schon seit weit über einem Jahrzehnt. Unsere beiden Unternehmen teilen die Leidenschaft für Technologie und Innovation. Im Laufe der Jahre hat LEAD KISTERS dabei unterstützt, Marktplätze, Börsen und andere Drittanbieter in ihre Kernlösungen sowie für ihre Kunden zu integrieren. Unsere umfassende Erfahrung bei der Integration von mehr als 50 Anbietern, Systemen und Lieferanten, kombiniert mit fundiertem technologischem Know-how, hat beiden Unternehmen geholfen, reibungslos zusammenzuarbeiten.
Warum sind nachhaltige Partnerschaften in komplexen Energie-IT-Landschaften so wichtig?
Unsere Vision bei LEAD war es schon immer, langfristige, nachhaltige Partnerschaften mit gleichgesinnten Unternehmen aufzubauen. Wir bauen auf gemeinsamen Werten und Überzeugungen auf und nutzen die Leidenschaft für Energie und Technologie, um gemeinsam zu wachsen. Noch wichtiger sind jedoch das Vertrauen und das gegenseitige Verständnis, das wir mit unseren Partnern teilen. Genau dieses Kooperationsmodell haben wir mit Kisters umgesetzt.
Warum ist diese Partnerschaft für beide Unternehmen von Vorteil?
Für Kisters stellt diese Partnerschaft kosteneffiziente Technologieexperten mit fundiertem Wissen und großer Leidenschaft für den Energiesektor bereit. Für LEAD ist dies ebenfalls von Vorteil, da wir mit einem der etabliertesten und weithin anerkannten Unternehmen in Deutschland zusammenarbeiten. Ihr Erfolg und ihre Akzeptanz sind auch unser Erfolg.
Welche Rolle spielen Technologie und Innovation bei der Integration, Modernisierung und Implementierung von Belvis⁺ ?
Wie bei allen neuen oder aktualisierten Systemen heutzutage sind Technologie und das entsprechende Verständnis entscheidend für den Erfolg eines Produkts. Fundierte Kenntnisse über Cloud-Technologien, Webdienste und Unternehmensmuster sowie über neu veröffentlichte, bahnbrechende Tools, die die Produktivität enorm steigern, sind unerlässlich. LEAD bringt diese wegweisende Erfahrung mit und ist stets Vorreiter bei der Nutzung von Innovationen im Arbeitsalltag.
Die Integration und Konnektivität mit Anbietern, Marktplätzen, Dienstleistern usw. werden häufig als technische Themen diskutiert. Doch warum hat dies im Laufe der Jahre an Bedeutung gewonnen?
Energieunternehmen sind auf das Zusammenspiel vieler spezialisierter Systeme angewiesen. Sind diese Verbindungen instabil, wird die Zuverlässigkeit des gesamten Systems infrage gestellt. Mit der Zeit geht es bei der Integration daher weniger um technische Raffinesse als vielmehr darum, ob sich das Unternehmen unter normalen und außergewöhnlichen Bedingungen auf seine Systeme verlassen kann.
Wie allgemein bekannt ist, ist LEAD der faktische Marktführer bei der Integration von Anbietern, Börsen, OTC-Plattformen und Systemen. Die Realität ist ein dezentrales, vielfältiges Produktökosystem, auf das sich Kunden verlassen, da Anbieter die komplexe Vielzahl von Systemen nutzen.
BelVis⁺ ist oft eine zentrale Plattform in solchen Umgebungen. Welche wichtigen Faktoren erleichtern die Integration und Verwaltung solcher Plattformen?
Eine zentrale Plattform trägt Verantwortung. Sie muss zuverlässig mit vielen umgebenden Systemen interagieren und auch bei Veränderungen der Umgebung vorhersehbar bleiben. Am wichtigsten ist nicht ständige Erweiterung, sondern Konsistenz. Schnittstellen sollten sich wie erwartet verhalten, Datenflüsse müssen nachvollziehbar bleiben und Änderungen sollten kontrolliert eingeführt werden. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, kann sich eine Plattform wie BelVis⁺ weiterentwickeln, ohne an anderer Stelle in der Landschaft Instabilität zu verursachen.
Viele Unternehmen modernisieren ihre Systeme schrittweise. Welche Leitprinzipien werden dabei in der Regel befolgt?
Am besten funktioniert Modernisierung, wenn sie als kontinuierlicher Prozess und nicht als einmaliges Transformationsvorhaben betrachtet wird. In betriebskritischen Umgebungen müssen die Systeme während ihrer Weiterentwicklung verfügbar bleiben. Ein strukturierter Ansatz ermöglicht es, Veränderungen in überschaubaren Schritten umzusetzen. Schnittstellen bleiben stabil, Zuständigkeiten sind klar definiert und neue Komponenten können eingeführt werden, ohne bestehende Prozesse zu destabilisieren. Dadurch wird das Risiko verringert, das typischerweise mit groß angelegten Systemänderungen verbunden ist.
Welche Rolle spielt die Automatisierung bei der Aufrechterhaltung der Zuverlässigkeit während der Weiterentwicklung von Systemen?
Automatisierung sorgt für Konsistenz im großen Maßstab und verringert die Abhängigkeit von manuellen Schritten, die bei zunehmendem Umfang und steigender Komplexität schwer zu kontrollieren sind. Ebenso wichtig ist, dass Automatisierung das Systemverhalten transparenter macht. Wenn Prozesse richtig definiert und überwacht werden, lässt sich leichter nachvollziehen, was passiert ist und warum. In volatilen Marktumgebungen ist diese Klarheit entscheidend, um das Vertrauen in die Systemergebnisse aufrechtzuerhalten.
Was zeichnet Energieplattformen aus, die dauerhaft nachhaltig bleiben?
Nachhaltige Plattformen sind auf den Wandel ausgelegt. Marktmechanismen, regulatorische Anforderungen und Datenmengen werden sich weiterentwickeln. Plattformen, die interoperabel sind und kontinuierlich weiterentwickelt werden, können Veränderungen besser auffangen, ohne den Betriebsaufwand zu erhöhen. Aus Sicht der Unternehmensführung ist es letztlich die Fähigkeit, Weiterentwicklung und Stabilität in Einklang zu bringen, die darüber entscheidet, ob eine Plattform langfristig tragfähig bleibt.